Läuse-Alarm

Mag. Edith Rodinger

von Mag. Edith Rodinger  |  Dienstag, 13. September 2011

Läuse-Alarm

Mit Schulbeginn kommt auch wieder die Saison der Kopfläuse. Kopfläuse findet man auf der ganzen Welt, und Lausbefall hat nichts mit Hygiene zu tun. Auch häufiges Haare-Waschen schützt nicht vor Läusen! Lausbefall kommt vorwiegend da vor, wo Gruppen von Menschen zusammenkommen und durch direkten Haar zu Haar Kontakt, den Läusen die Möglichkeit der Ausbreitung geben. Am meisten betroffen sind bei uns daher Kinder zwischen 5-12Jahren.

Was sind Läuse?
 
Läuse sind ca. 2-3mm kleine Insekten, die als Parasiten sich ausschließlich von menschlichem Blut ernähren. Mit ihrem Saugrüssel stechen sie mehrmals pro Tag in die Kopfhaut und. saugen Blut. An den Einstichstellen kann es zu heftigem Juckreiz kommen, und durch intensives Kratzen können sich an diesen Stellen Entzündungen bilden.
Lebende Kopfläuse sind schwer zu finden. Im hungrigen Zustand sind sie blassgrau und wenn sie frisch gespeist haben erscheinen sie rötlichbraun. Sie sind flügellos und haben an ihren sechs Beinen kräftige Krallen, mit denen sie mühelos in den Haaren herumklettern können.
 
Vermehrung der Läuse
 
Kopfläuse haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 3-4 Wochen, allerdings sind sie sehr vermehrungsfreudig. Die weiblichen Läuse legen in dieser Zeit 150 bis 300 Eier
Die Eier der Laus nennt man Nissen. Diese sind weiß bis bräunlich, gleichmäßig geformt und haben die Größe eines Sandkorns. Die Nissen werden vom Weibchen mit einem stark haftenden, wasserunlöslichen Kitt am Haar nahe der Kopfhaut festgeklebt. So kann man sie leicht von den weißen, unregelmäßig geformten Schuppen unterscheiden, die sich auch leicht abschütteln lassen.
Nach 8-10 Tagen schlüpfen aus den Nissen die Larven, die sich innerhalb von weiteren 8-10 Tagen zu geschlechtsreifen Läusen entwickeln.
 
Nistplätze der Läuse
 
Kopfläuse nisten sich in der Regel zuerst hinter den Ohren, bei den Schläfen und bei Langhaarigen vor allem im Nacken ein, bevor sie dann die gesamte Kopfhaut befallen.
 
Übertragung
 
Die Übertragung erfolgt nur von Kopf zu Kopf durch direkten Kontakt, wobei nur die erwachsene Laus wandert. Eine Ansteckungsgefahr ist somit gegeben, wenn die Betroffenen mit geschlechtsreifen Läusen befallen sind.
Eine Ansteckungsgefahr über Kopfbedeckung, Haarbürsten etc. ist extrem selten. Nur auf dem Kopf findet die Kopflaus ideale Temperaturverhältnisse und Nahrung. Außerhalb dieses idealen Milieus kann sie nur wenige Tage überleben und verlässt den Kopf daher auch nur, um direkt auf einen anderen Kopf zu wechseln.
 
Juckreiz
 
Erstes Anzeichen für einen Kopflausbefall ist in erster Linie ungewöhnlich starker Juckreiz, meist am Hinterkopf. Wie schon oben erwähnt verursachen Läusestiche einen starken Juckreiz. Durch Kratzen kann es zu Infektionen und Hautausschlägen kommen.
 
Lausbekämpfung
 
Spezielle Lausshampoos können die Läuse und die Nissen erfolgreich abtöten.
Es stehen sowohl natürliche (Kokosöle) sowie auch synthetische Produkte (Dimeticon) zur Verfügung. Beide blockieren die Atemwege der Läuse, sodass diese dann ersticken.
Nach einer Einwirkzeit von 5-45 min (je nach Produkt, siehe Produktbeschreibung) sollen die Haare gut ausgespült werden.
Danach die feuchten Haare sorgfältig mit einem Metallkamm vom Haaransatz aus kämmen, damit die abgetöteten Läuse und Nissen entfernt werden.
Die Behandlung mit dem Shampoo kann, wenn notwenig nach 7-10 Tagen wiederholt werden.
 
Alle Kontaktpersonen müssen auf Lausbefall kontrolliert und gegebenenfalls mitbehandelt werden! Nur so kann die weitere Ausbreitung effektiv verhindert werden.
 
Menschenläuse können nicht auf Tieren leben, diese müssen nicht mitbehandelt werden!
 
Spielzeug und Kleidung
 
Ohne Nahrung können Läuse nur sehr kurz überleben: wenn man also Kleidung und Spielzeug in einem Plastiksackerl dicht verschlossen für 1-2 Wochen aufhebt, sind die Läuse sicher abgestorben. Auch heißes Waschen bei Temperaturen über 60°C und anschließendes Bügeln mit heißem Dampf macht der Laus schnell den Garaus. Tiefe Temperaturen stören Läuse hingegen nicht so sehr. Spielzeug muss daher schon etliche Tage in der Tiefkühltruhe bleiben, bis die Läuse und Larven wirklich tot sind!

Tags: Kinder und Gesundheit