Erkältungskrankheiten bei Kindern
von Mag. Helga Paul | Donnerstag, 09. Dezember 2010
Die nasskalte Jahreszeit hat uns im heurigen Jahr schon früher heimgesucht als erwartet. Neben den üblichen grippalen Infekten, kann besonders Husten ein quälendes Begleitsymptom einer klassischen Verkühlung sein.
Husten:
Husten ist ein unangenehmes Erkältungssymptom, das aber auch seinen Sinn hat. Durch das Abhusten kann sich die Lunge von Bronchialschleim befreien und seine Reinigungsfunktion wahrnehmen. Hustensäfte können die Beschwerden auf annehmbare Weise lindern.
Eine Erkältung verläuft in zwei Phasen:
- trockener und unproduktiver Husten, der vor allem abends vor dem Einschlafen Probleme macht. Hier kann man Hustenblocker mit Codein anwenden, die allerdings generell einer Rezeptpflicht unterliegen. auch verschiedene Heilpflanzen, etwa Eibischwurzel oder Isländisch-Moos können bei Reizhusten lindernd wirken, ebenso wie der Thymian, der Bakterien abtötet, entkrampfend auf die Bronchien wirkt, den Auswurf fördert und bei Heiserkeit hilft.
- feuchter Husten hier muss man das Abhusten des zähen Schleims unterstützen:
* Acetylcystein ( zB. Aeromuc, Acc ) verändern die Schleimstruktur;
* Ambroxol ( zB.Mucosolvan ) regt die Produktion eines dünnflüssigen Sekretes an
* pflanzliche Schleimlöser sind Spitzwegerich, Efeu, Primelwurzel, Senegawurzel , Fenchel, Anis und Süßholzwurzel
Auch diverse Hustenteemischungen und Erkältungsbäder mit ätherischen Ölen, bei kleinen Kindern unter 2 Jahren ohne Menthol, können helfen, genauso wie verschiedene Einreibungen mit ätherischen Ölen oder Omas Brustwickel
Homöopathisch stehen uns viele verschiedene Möglichkeiten offen, die Globuligabe an Kleinkinder ist generell unkompliziert und wird von den Kleinen schnell akzeptiert, nur einige kurz genannt – Drosera, Nux vomica, Bryonia, Ipecacuanha usw.. Unsinnig ist einen Hustenreizdämpfer mit einem Schleimlöser zu kombinieren, der gelöste Schleim kann dadurch nicht abgehustet werden, sinnvoller tagsüber Schleimlöser, nachts Hustenreizstiller..
Wann muss man zum Arzt
- Kleinkinder mit über 38;5°C Fieber
- Kleinkinder, die gar nicht mehr trinken und deren Windel auffallend trocken bleibt
- Säuglinge und Kleinkinder, bei denen der Husten jäh beginnt und nicht gelindert werden kann, es könnte ein Fremdkörper verschluckt worden sein
- Kinder, die gelben oder grünen Schleim aushusten
- jeder Husten, der länger als eine Woche andauert
- bei Geräuschen wie Pfeifen beim Ein- und Ausatmen
- bei schlechtem Allgemeinzustand und beschleunigter Atmung
Achtung oft sind Atemwegserkrankungen Virusinfektionen und die Verordnung von Antibiotika ist daher wirkungslos!
Schnupfen:
Meistens lösen Rhinoviren lokale Entzündungen der Schleimhaut aus und lassen sie anschwellen, festsitzender Schleim kann zum Infektionsort werden.
Im ersten Stadium des Schnupfen kann man gut mit abschwellenden Nasentropfen oder Sprays arbeiten, Achtung nicht jedes Präparat passt zu jedem Alter. Wenn der Schnupfen zu stocken beginnt, sind Kochsalzlösungen zu bevorzugen. Man kann sie eventuell auch abwechselnd einsetzen. Extrakte aus verschiedenen Arzneipflanzen helfen den Schnupfen zu lösen und vor allem Nebenhöhlen zu befreien (allerdings erst für Kinder ab 2 Jahren laut Beipack).
Bei Kleinkindern sind dann mit dem Schnupfen oft auch die Ohren mitbetroffen – Mittelohrentzündung durch die anatomische Nachbarschaft von Nase und Ohr muss unbedingt von einem Arzt angeschaut werden. Ohrentropfen sind nur bedingt effektiv, auf jedem Fall die Nase mitbehandeln
Homöopathische Hauptmittel für Fließschnupfen Allium cepa, für Stockschnupfen Luffa oder Pulsatilla und vieles mehr
Halsentzündung:
Typische Beschwerden sind Halsschmerzen, Fieber, ein Fremdgefühl im Hals oder auch Husten, meistens durch Viren verursacht. Es gibt aber auch bakterielle Infektionen wie Angina oder Scharlach, die unbedingt antibiotisch behandelt werden sollen. Lutschtabletten können erst von Kindern ab 3 Jahren verwendet werden, für kleinere steht die Homöopathie zur Verfügung
Fieber:
Fieber ist ein Anzeichen einer Infektion, der Körper erhöht die Temperatur um das Keimwachstum zu bremsen, deshalb ist leichtes und problemloses fiebern ohne Fieberkrämpfe durchaus okay. Hausmittel zur Senkung sind kalte Umschläge (Essigpatscherl). Fiebersenkende Mittel für die Kleinen sind Paracetamol in Form von Zäpfchen oder flüssig mit einer Wirkdauer von ca. 4 Stunden und Ibuprofen, momentan nur als Saft im Handel, mit einer Wirkung von ca. 6 Stunden. Sollte eines alleine zu wenig sein, kann man beide abwechselnd verabreichen, damit es nicht zu einer Arzneistoffkumulierung, einer Überdosierungm, kommen kann. Acetylsalicylsäure (Aspirin) ist für Kinder gänzlich ungeeignet und kann erst ab 12 Jahren eingesetzt werden.
Für genauere Ausführungen und weitere Tipps stehen wir gerne zur Verfügung!
Tags: Erkältung, Homöopathie, Husten
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